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OS Brunnmatt à Togo

 
 

Janine Fischli, Musik- und Französisch-Lehrerin an unserer Schule, ist seit April in Togo. Noch bis im Juli ist sie dort in einem Projekt engagiert und unterrichtet in einer Privatschule. Per mail hat sie uns beschrieben, wie die Schule dort abläuft.

Seit gut sieben Wochen lebe ich nun hier in Togo. Ich habe das Glück, in einem protestantischen Collège Musik unterrichten zu dürfen. Das Collège Protestante in Kpalimé ist - wie fast jede Schule in Togo - eine Privatschule und wird von Kindern im Alter von ca. 11 bis 18 Jahren besucht.
Wie so vieles ist auch die Schule anders als in der Schweiz. Die Kinder werden in Klassenzimmern unterrichtet, die keine Fenster und Tüen zum Schliessen haben. Die Einrichtung ist sehr einfach: Holzbänke, Holztische und eine grosse Wandtafel. Fertig.

Die Klassengrössen sind leicht höher als in der OS Brunmatt: Bis zu 60 Kinder sitzen in einem überfüllten Zimmer; kein Wunder ist der Unterricht oft sehr lau! Ich muss mich sehr anstrengen, damit auch die Kinder, die zuhinterst sitzen, aufpassen und etwas vom Stoff mitbekommen.

Der Unterricht verläuft in Togo  vor allem so ab: Die Schüler/innen schreiben auf, was die Lehrperson diktiert und lernen das dann auswendig. Es gibt keine Lehrmittel, die einen spannenden Unterricht erlauben würden - kein Bonne Chance, kein Deutsch- oder Mathebuch, keine Hellraumprojektoren, Filme schauen ist unmöglich. Das Schulmaterial der Kinder besteht lediglich aus einem Stift und leeren Heften.

Die Schule beginnt hier am Collège sehr früh, aber das ist auch viel angenehmer so, weil es sehr bald unerträglich heiss wird und an Lernen bei dieser Hitze gar nicht mehr zu denken ist! Der Schultag startet um 6.40h mit einem Appell: Es wird gesungen, aus der Bibel vorgelesen und gemeinsam gebetet.

Der Pausenkiosk kann sich aber sehen lassen: Von Spaghetti über Avocadobrötchen bis zu Fruchtsäften und vielem mehr gibt es alles zu kaufen!

Die Arbeit mit den togolesischen Kindern macht mir grossen Spass, auch wenn das Unterrichten unter diesen Bedingungen auch sehr anstrengend ist und mich manchmal einige Nerven kostet!
Schade ist, dass hier der Unterricht vor allem aus Theorie besteht. Auch im Musikunterricht ist Singen und Tanzen nebensächlich, Instrumente zum Musizieren sind keine vorhanden.

Für mich ist dieser Aufenthalt in Westafrika und vor allem auch die Arbeit am Collège eine grosse Bereicherung. Trotzdem - oder gerade wegen den Erfahrungen, die ich hier mache - freue ich mich auf meine Rückkehr ins Brunnmatt und auf meine Arbeit als Lehrerin unter Schweizer Bedingungen!

Liebe Grüsse aus Togo - Janine Fischli

 
 
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